Kuchen lösen keinen Problemen, aber das tun Äpfel ja auch nicht

8 Feb 2024 | Gastblog

Traditionen und Sitten haben oft mehr Einfluss, als uns bewusst ist, besonders wenn wir uns in einer neuen Umgebung befinden. Lassen Sie mich in den November 2006 zurückgehen, als wir gerade aus den Niederlanden in ein malerisches Dorf in der Eifel gezogen waren. Es war eine aufregende Zeit, und das erste Ereignis, das wir feiern wollten, war der Geburtstag unseres Sohnes Daan. Um uns gut in die Gemeinschaft zu integrieren, beschlossen wir, unsere Nachbarn einzuladen, um diesen Meilenstein mit uns zu feiern.

Ich erinnere mich noch lebhaft an die Vorbereitungen, wie ich sie aus den Niederlanden gewohnt war. Mit der Anzahl der Gäste im Kopf machte ich mich auf den Weg zum örtlichen Supermarkt und zur Bäckerei, um ein paar Leckereien zu besorgen. Aber da ging schon alles den Bach runter.

Zurück zu Hause trudelten die ersten Gäste ein. Unsere Unterhaltungen waren manchmal noch etwas abgehackt, aber mit Händen und Füßen kamen wir weiter. Stolz stellte ich das Gebäck auf den Tisch und bot Kaffee und Tee an. Ich hatte für jeden genau ein Gebäckstück gekauft. Aber zu meiner Überraschung sah ich nach einer halben Stunde, wie die Nachbarin ihr zweites Stück Gebäck genoss. Und auch die anderen Nachbarn nahmen mehr als ein Stück. Dann dämmerte es mir – hier in Deutschland nimmt man nicht nur ein, sondern mehrere Stücke Kuchen während einer Party. Und ehe ich mich versah, war der Kuchen aufgegessen. Ich schämte mich, dass ich viel zu wenig gekauft hatte. Obwohl wir jetzt herzlich darüber lachen können, war dies unsere erste Einführung in deutsche Traditionen und Bräuche. Es gibt hier so viele Traditionen, von denen wir als Niederländer keine Ahnung hatten. Einige fanden wir zunächst seltsam oder altmodisch, aber nach all den Jahren haben wir sie mehr und mehr zu schätzen gelernt und machen gerne mit.

Und so ist es auch in einem Unternehmen. Genau wie die unterschiedlichen Traditionen und Sitten in den einzelnen Ländern haben auch die Unternehmen ihre eigenen Regeln und Erwartungen. Aber seien wir mal ehrlich, sind diese Regeln immer im Interesse des Kunden? Und sind sie wirklich aus dem Blickwinkel des Kunden gedacht?

Ich schlage vor, dass wir zu den Grundlagen der Gastfreundlichkeit zurückkehren. Helfen bedeutet Anpassung an die Kundenbedürfnisse, aufmerksames Zuhören und Flexibilität. Es geht nicht um die starre Einhaltung von Regeln, sondern darum, Lösungen anzubieten, die den Kunden glücklich machen.

Verstecken wir uns also nicht hinter den Regeln mit Aussagen wie “so machen wir das hier immer”, sondern konzentrieren wir uns auf das, was wirklich zählt – die Zufriedenheit unserer Kunden. Und fragen wir uns: Was kann ich tun, um Ihnen besser zu dienen? Denn das, liebe Leute, ist meiner Meinung nach der Kern echter Gastfreundlichkeit. Denn wenn Sie sich mit Ihrem Kunden bewegen, sind Sie für ihn attraktiv und der Kunde kommt gerne wieder. Tatsächlich hatte ich beim nächsten Mal mehr Kuchen besorgt …

Kuchen löst keine Probleme, aber das tut ein Apfel ja auch nicht!